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Sieben Pilgerrouten

Pilgerroute 4 "Der springende Punkt" - Von Echternach über Girsterklaus nach Trier

Gesamtstrecke: 42 km

Echternach Sankt Willibrord [- Abstecher Echternacher See Römische Villa] - Rosport - Girsterklaus - Moersdorf - Herresthal - Markusberg Markuskapelle - Trier Dom

„Glücklich sind die Frau, der Mann,
die nicht nach den Machenschaften der Mächtigen gehen …
sondern ihre Lust haben an der Weisung GOTTES,
diese Weisung murmeln Tag und Nacht …“
Psalm 1, 1-2

Der heilige Willibrord hatte seine liebe Not, das wilde Tanzen der Waxweilerer BürgerInnen so umzulenken, dass sie voller Begeisterung nach Echternach zur Springprozession zogen - und dies noch heute tun. Dieser Schwung und Elan, mit dem jedes Jahr an Pfingstdienstag zu Gottes Ehre von Blasmusik unterstützt durch die Straßen Echternachs getanzt und gesungen wird, ist eine Art Initialzündung für diesen Pilgerweg nach Trier.

Die wunderschöne Landschaft des Mullerthals, der Blick auf die Sauer, die teilweise die natürliche Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg bildet, oder der besondere Charme der Girsterklause geben in der Tat Schwung und beleben den Schritt. Der etwas anspruchsvolle Anstieg auf der anderen Sauerseite lässt das Herz dann vermutlich auch aus anderen Gründen höher schlagen. Doch der Blick vom Markusberg auf Trier belohnt für alle Mühe.

Hintergründe zum Weg

Die Pilgerwanderung startet in der 5000-Einwohner Stadt Echternach.  Das Stadtbild ist geprägt durch die vier Türme der Basilika. Sie stellt einen
wichtigen Anlaufpunkt für Pilger aus aller Welt dar. In der Krypta befindet sich das Grabmal des heiligen Willibrord. Kurz nach dem Jahre 700 baute Willibrord seine erste Kirche, die quer unter dem Mittelschiff lag. Überreste dieser 21 Meter langen und sieben Meter breiten merowingischen Anlage wurden nach dem Zweiten Weltkrieg freigelegt.

Durch die Verehrung Willibrords als Heiligen kamen schon bald nach seinem Tod viele Pilger nach Echternach, so dass die erste Kirche schnell zu klein wurde und um 800 eine neue Kirche errichtet werden musste, welche schon die Ausmaße der heutigen Basilika besaß. Diese Kirche wurde durch eine Feuersbrunst im Jahre 1016 zerstört, aber der Neubau konnte schon 1031 abgeschlossen werden. 1794 erfolgte die Plünderung durch französische Revolutionstruppen, später wurde in der Basilika eine Porzellanmanufaktur eingerichtet. Ab 1861 bemühte sich der Willibrordus-Bauverein um eine Restaurierung im neogotischen und neoromanischen Stil. Eine erneute Zerstörung fand während der Rundstedt-Offensive 1944 statt und der Wiederaufbau dauerte von 1948 bis 1953.

Im Seitenschiff der Basilika befindet sich das Dokumentationszentrum zur Springprozession. Im November 2010 wurde die Springprozession ins Immaterielle Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Die Springprozession findet jedes Jahr an Pfingstdienstag in Echternach statt. An ihr nehmen zwischen 100.00 und 13.000 Pilger teil, wovon sich 9.000 im traditionellen Sprungschritt zur Polkamusik durch die Stadt bewegen. - Einen Abstecher an den Echternacher See ist auf jeden Fall die Römische Villa wert, die heute auch ein kleines Museum beherbergt.

Von Echternach aus führt die Pilgerwanderung auf dem Mullerthal Trail (Route 1) entlang Richtung Untersauer. Die Wanderung führt zunächst durch Felsen- und Waldlandschaft oberhalb des Sauertals entlang und dann direkt nach Rosport. In der Ortschaft Rosport führt der Mullerthal Trail unmittelbar am Tudorschloss vorbei. Umgeben ist das Schloss von einer schönen Parkanlage, die zu einer kleinen Verschnaufpause einlädt.

Von Rosport geht die Wanderung weiter auf dem Mullerthal Trail durch einen Wechsel von Waldabschnitten und offenen Wiesenlandschaften. Oberhalb der Ortschaften Girst und Hinkel stößt der Wanderer auf die Wallfahrtskapelle Girsterklaus, die an exponierter Stelle mit schönem Blick auf das Umland gelegen ist. Die Kapelle von Girsterklaus ist der älteste Wallfahrtsort des Landes Luxemburg. „D’Muttergottes vun der Hieselterheck“ nennt man das Gnadenbild, das auf dem Hochaltar der Kapelle thront. Das Wahrzeichen des Kirchleins ist der wuchtige, viereckige Turm, dessen Größe und Fülle auf einen frühmittelalterlichen Wehr- oder Wachturm hindeutet, vielleicht auf spätrömischen Fundamenten aufgebaut.

Von Girsterklaus führt die Wanderung weiter durch vorwiegend offene Landschaft mit Blick in das Sauertal. Oberhalb der Ortschaft Moersdorf wechselt der Wanderer auf den lokalen Wanderweg M1, um hinunter in die Ortschaft zu gelangen. In Moersdorf führt eine schöne Fußgängerbrücke über den Grenzfluss Sauer auf die deutsche Seite nach Metzdorf. Ab hier verläuft die Wanderung auf dem Deutsch-Luxemburgischen Sauertalweg durch die Ortschaft Mesenich. Über eine kurze Verbindungsstrecke auf dem Wanderweg L1 gelangen die Wanderer auf die Mosel-Erlebnis-Route Richtung Trier. Die Mosel-Erlebnis-Route führt über den Olkener Berg, nach Herresthal und am Balduinshäuschen vorbei.

Von Herresthal gelangt man in das Waldgebiet auf dem Markusberg. Der Weg führt am Balduinshäuschen vorbei auf dem Höhenweg zur Markuskapelle, von wo sich eine wunderbare Aussicht auf das Moseltal und Trier bietet. Ein weiterer besonderer Aussichtspunkt ist die Mariensäule. Noch ca. drei km auf der Mosel-Erlebnis-Route weiter gehend an der Katholischen Akademie Auf der Jüngt vorbei durchs Busental bis Trier. 

Bildergalerie

Blick auf Echternach
Aussichtspunkt
Das im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht zerstörte
Westwerk der Basilika
Springprozession
Kinder bei der Springprozession
Kinder mit weißen Tüchern Hand in Hand
Alle Kapellen spielen das immer gleiche alte Marschlied
vile Menschen versammeln sich
Der „Codex Aureus“ – das weltberühmte Echternacher Evangeliar
Codex Aureus
Ein aufgeschlagenes Buch mit Bildern
Römische Villa am Lac Echternach
Säulen bilden einen Kreis
Römische Küche
Römischer Leser
Wachsfigur
Marienkapelle
Marienkapelle in der Natur
unterwegs
Pilgerer
Fronleichnams-Prozession
Prozessionsaltar
Im Schloss-Hof
An der Sauer
Pilgerer machen an der Sauer eine Pause
Im Muller-Thal
Eine Holzbrücke in der Natur
AndachtsPunkt
Girster Klause
Ein schönes altes Gebäude
Mächtiger Turm


Bitte um Rückmeldung

Mit unserem Angebot der Pilgerwege, die im Jahr 2012 im Zuge der Heilig-Rock-Wallfahrt entstanden, erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Manchmal können Wege sich verändert haben - kurzfristig durch Sturm und Schnee oder Holzeinschlag - langfristig durch neue Planungen, von denen zum Zeitpunkt der Erstellung noch nichts wissen konnten.

Gerne laden wir Sie ein, uns Rückmeldung zu geben, Ergänzungen und Ihre Erfahrungen auf diesen Wegen einzubringen. Bitte schreiben Sie an internet-redaktion@bistum-trier.de 

Die 7 Routenvorschläge

  • Route 1 "Ganz Aug und Ohr"(Saarland) von Berus nach Trier
    5 Tagesetappen, Gesamtlänge ca. 108 km
  • Route 2 "Rückkehr aus dem Exil" (Saarland) von Merzig nach Trier
    4 Tagesetappen, Gesamtlänge ca. 70 km
  • Route 3 "Folge deinem Stern" (Bistum Speyer, Saarland)
    vom Kloster Hornbach nach Trier, 6 - 8 Tagesetappen, Gesamtlänge ca. 188 km
  • Route 4 "Der springende Punkt" (Luxemburg) von Echternach nach Trier
    2 Tagesetappen, Gesamtlänge ca. 39 km
  • Route 5 "In den Schuhen Jesu" (Eifel) von Prüm nach Trier
    5 - 6 Tagesetappen, Gesamtlänge ca. 154 km
  • Route 6 "Auf den Spuren des Apostels Matthias" (Eifel) von Blankenheim nach Trier
    5 - 6 Tagesetappen, Gesamtlänge ca. 106 km
  • Route 7 "Im Fluss der Zeit" (Rhein-Nahe-Mosel)
    von Bad Kreuznach/Anschluss Bingen nach Trier, 6 - 8 Tagesetappen, Gesamtlänge ca. 127 km (Bingen ca. 121 km)